Team Behinderte

Im Grundgesetz von Deutschland steht seit 1994: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Menschen mit Behinderung sollen die gleichen Möglichkeiten und Rechte haben wie alle Menschen. Auch wenn sich in den letzten Jahren einiges bewegt hat, kämpfen Menschen mit Behinderungen immer noch um eine Gleichstellung mit den Nichtbehinderten. Doppelt so schwer wird es, wenn wir zur LGBTIQ-Szene gehören. Denn hier sind wir in unserer Freiheit beschränkt, Barrieren sind so schwer wie Ankerketten und zum größten Teil unüberwindbar.

Der CSD Bremen e.V. hat deshalb Mitte 2018 ein eigenes Team im Verein gegründet: das Team Behinderte. Wir nennen uns absichtlich so, weil allein schon der Begriff manchen Menschen Barrieren im Kopf macht.

Was genau machen wir als Team Behinderte?

Queere Menschen mit Behinderungen haben es doppelt schwer: einmal als queerer Mensch und einmal als Behinderte*r. Das Team Behinderte setzt sich für Menschen mit Behinderungen ein (das wurde auch in die Vereinssatzung des CSDs eingetragen), denn die Teilnahme am (queeren) Leben ist für behinderte Menschen schon schwer genug. Wir möchten, dass Menschen mit Behinderungen wie alle anderen Menschen auch am normalen Leben teilnehmen können. Wir wollen Brücken schlagen und die schweren Ankerketten sprengen. Denn: ALLE sollen dabei sein – ALLE gehören dazu! Dazu benötigen wir eine einfache Sprache, denn wir werden durch Barrieren und zum Teil von Nichtbehinderten mit negativen Handlungen und/oder Sprüchen ausgegrenzt. Diesen Menschen wollen wir wieder das Laufen, Denken, Reden und den Umgang mit uns beibringen. Wenn uns das gelingt und wir hier Erfolge erzielen wird es für alle eine Erfrischung und Freiheit des Denkens sein. Dann stehen wir auf der gleichen Stufe. Das Leben soll schön sein – auch für Menschen mit Behinderungen, niemand soll ausgeschlossen werden.

Was wollen wir erreichen?

Menschen mit Behinderungen sind nicht behindert – sie werden behindert. Unsere Arbeit im Team Behinderte bedeutet, dass wir uns ständig für ein gutes, besseres und für alle ein schöneres Leben miteinander einsetzen. Wir wollen uns und unser Leben sichtbar machen, denn Behinderung geht jeden an. Jeder kann krank werden, fremde Hilfe gebrauchen, im Rollstuhl sitzen und Barrieren vor sich haben, die nicht überwunden werden können. Durch den Verein Queerhandicap e.V., mit dem wir eng zusammenarbeiten, haben wir ein Sprachrohr, welches uns bei unserer Arbeit unterstützen kann. Mit Hilfe dieses Sprachrohrs im Hintergrund und deren Zusammenarbeit, haben wir 2018 und 2019 barrierefreie CSDs in Bremen organisiert. Am 31. August 2019 haben wir die Barrierefreiheit durch eine barrierefreie Bühne erweitert. Ein starkes Zeichen für die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen war der Einsatz von 2 Showtrucks, die extra für deren Mitfahrt bei der Demo gemietet wurden. Natürlich muss noch viel gemacht werden – daran wollen wir weiter arbeiten!

Welche konkreten Punkte sind uns wichtig?

1. Queerpolitischer Beirat

Am 23. Januar 2014 hat die Bremische Bürgerschaft beschlossen hat, einen Landesaktionsplan gegen Homo-, Trans- und Interphobie zu erstellen Aber erst am 25.09.2019 wurde über den Dringlichkeitsantrag die Einrichtung eines Queerpolitischen Beirats in Bremen beschlossen. Dieser Beirat soll die Landespolitik in Bremen beraten; insbesondere über Maßnahmen zur Unterstützung queeren Lebens. Wir Behinderte der LGBTIQ*Community sind durch den Verein Queerhandicap e.V. dort vertreten. Als Mitglied des Queerhandicap e.V. vertritt Norbert Eiben bei jeder Sitzung den Verein.

2. Barrierefreiheit bei der Demo und auf dem Kundgebungsplatz!

Wo Wege, Treppen oder Plätze und Toiletten nicht barrierefrei sind, bleibt die Teilnahme am CSD weitestgehend versperrt. Die bisherige Barrierefreiheit auf unseren CSDs wollen wir weiterhin aufbauen und bereits Bestehendes gewährleisten. Wir tun, was mit unseren Möglichkeiten machbar ist und fordern öffentliche Behörden auf, daran mitzuarbeiten. Jeder Schritt und jeder Handschlag muss barrierefrei sein. Barrieren sind Hindernisse, die abgebaut werden müssen. Wir wollen auch Barrieren abbauen, die man nicht sehen kann. Zum Beispiel der Umgang zwischen Menschen mit Behinderungen und Menschen ohne Behinderungen.

3. Was bedeutet Barrierefreiheit genau?

Barrierefreiheit ist überall wichtig: zu Hause, bei der Arbeit und im Strassenverkehr:

  • Gleichstellung mit Nichtbehinderten
  • Rampen statt Treppen und Aufzüge
  • breite Türen
  • Türgriffe und Lichtschalter müssen gut erreich bar sein
  • Fußwege und Strassen ohne Absätze und Stolperfallen
  • absenkbare Busse und Rampen in den Transportmitteln
  • Zugang ohne fremde Hilfe (z.B. Türen müssen leicht zu öffnen sein)
  • Informationen müssen in leichter Sprache geschrieben werden; so, dass sie jeder verstehen kann
  • Gebärdendolmetscher (z.B. für Gehörgeschädigte und Taubstumme)
  • Blinde müssen Informationen durch Hören und Tasten erhalten
  • digitale Barrierefreiheit z. B. auf Internetseiten

Wie kannst Du Dich im Team Behinderte einbringen?

Unser Ziel lautet: in ganz Deutschland gibt es nur noch barrierefreie CSDs. Fangen wir erst mal in Bremen an, wo wir wohnen und leben. Auch Du bist willkommen in unserem Team. Deine Ideen und Kreativität sind gefragt, denn alles ist wichtig. Gemeinsam wollen wir überlegen wie wir unser Ziel erreichen können.

“Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will.” (Zitat: Frank Lloyd Wright)

Wenn Du Dich für die Arbeit in unserem Team interessierst oder auch für eines der anderen Teams freuen wir uns über eine E-Mail an: behinderte@csd-bremen.org

Wer macht im Team Behinderte mit?

Unser Team besteht aus den verschiedensten Menschen. Die meisten von Ihnen sind Menschen mit Behinderungen. Dazu gehören nicht nur die für die Außenstehenden sichtbaren Behinderungen, sondern auch Behinderungen wie z.B. MS (Multiple Sklerose). Jeder, der uns bei der Arbeit unterstützen möchte kann Teil unseres Teams werden.

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