„Pride must go on!“ Der CSD Bremen bedankt sich bei 29.000 Teilnehmer*innen

Es ist geschafft! Am Samstag, den 23.08.2025, haben wir mit 29.000 Teilnehmenden für queere Rechte und Sichtbarkeit demonstriert. Dies ist eine Rekordbeteiligung, für die wir uns bei allen Teilnehmer*innen bedanken wollen. Einen besonderen Dank richten wir zudem an die Vereine, Institutionen, Künstler*innen und Einzelpersonen, die mit ihren Infoständen, Auftritten und politischen Beiträgen den Tag zusätzlich mit Leben gefüllt haben. Auch möchten wir den zahlreichen Ordner*innen und helfenden Händen Danke sagen. Ohne den unermüdlichen Einsatz im Backstage-Bereich, an unserem eigenen Infostand, beim Auf- und Abbau oder der Betreuung der Künstler*innen wäre die Durchführung dieses Tages nicht möglich gewesen. Unser Dank geht auch an L’Unita Awareness für die professionelle Awareness-Arbeit sowie an die Junge Gruppe des WEISSEN RING für ihre Unterstützung.

Ein besonderer Dank an die Polizei Bremen

Rückblickend sind wir überwältigt von der Beteiligung und dem überwiegend reibungslosen Ablauf, den wir in der Gesamtheit wahrgenommen haben. Bei 29.000 Demonstrant*innen und einer politisch sowie gesellschaftlich angespannten Lage bleiben kleinere Störfaktoren nicht aus. Positiv können wir dennoch hervorheben, dass die Demonstration und die anschließende Kundgebung zu keinem Zeitpunkt gefährdet waren.

Hierfür sprechen wir einen massiven Dank an die Polizei Bremen aus. Es war unglaublich zu sehen, welcher verkehrspolizeiliche Aufwand zum Schutz unserer Demonstration betrieben wurde. Eine Unterstützung in dieser Form haben wir bei keinem anderen CSD oder einer vergleichbaren Demonstration erlebt. Wir betrachten dies keinesfalls als selbstverständlich.

Der Christopher Street Day ist aus den Stonewall Riots entstanden – einem Auflehnen gegen Polizeigewalt sowie gegen ein gesellschaftlich queerfeindliches System. Nicht nur aus damaliger Sicht ist es bemerkenswert, wie viel Unterstützung wir aus von der Polizei Bremen erhalten.

Schwierige Vorzeichen – wohin führt der Weg?

Bedauerlich ist allerdings, dass ein solcher Aufwand überhaupt betrieben werden muss. Allgemein müssen wir feststellen, dass der Ton rauer und die Bedrohungslage größer wird. Auch stellen wir fest, dass sich mediale und gesellschaftliche Darstellungen rund um einen CSD immer mehr mit populistischen und weniger mit inhaltlichen Fragestellungen beschäftigen. Die Fragen nach Sicherheit während der Demonstration und welche Institutionen dabei sein dürrfen stehen im Vordergrund. Die eigentlichen Themen – politische Wirksamkeit, unsere Forderungen und die Auseinandersetzung damit, wofür und für wen wir demonstrieren – geraten in den Hintergrund. Eine zentrale Herausforderung für uns und andere CSDs wird es sein, die Diskussionen wieder stärker auf das Wesentliche zu lenken: queere Rechte und Sichtbarkeit.

Gemeinsam. Laut. Für Alle?

Unter dem Motto „Pride must go on! Gemeinsam. Laut. Für Alle.“ haben wir in diesem Jahr demonstriert. Doch was bedeuten diese Worte wirklich? Können wir als Organisation einen CSD abbilden, der tatsächlich für alle steht?

Wir haben verschiedene Maßnahmen ergriffen, um möglichst inklusiv und divers zu sein. Zur Wahrheit gehört aber auch: Viele Menschen innerhalb der queeren Community fühlen sich von unserem CSD nicht repräsentiert. Gründe dafür gibt es viele – und einige liegen bei uns. Unsere Strukturen sind nicht barrierearm genug und verhindern an manchen Stellen echte Vielfalt. Wir sind queer, aber in vielerlei Hinsicht noch nicht divers.

Ebenso beobachten wir, dass unsere Gesellschaft – auch innerhalb der queeren Community – in ihren Ansichten immer stärker auseinanderdriftet. Selbst bei vermeintlich kleinen Fragen scheint Einigkeit kaum mehr möglich. Für die Zukunft bleibt es eine große Herausforderung, sich nicht weiter spalten zu lassen, sondern Wege zu finden, wie ein Gemeinsam gelingen kann. Denn laut zu sein reicht nicht – der Inhalt muss stimmen.

Ein besonderer Dank geht auch an Candela Film für das Festhalten der schönsten Momente beim CSD.

Pride must go on! Ein Ausblick

Mit Blick auf die kommenden Jahre ist klar: Gerade jetzt müssen wir wichtige Signale setzen. Auch in Zukunft werden wir weiter demonstrieren müssen. So schön dieser CSD auch war, bleibt bei vielen das Gefühl, nicht nachlassen zu dürfen.

Darum freuen wir uns, schon heute den Termin für den CSD Bremen 2026 bekanntzugeben: Samstag, 22. August 2026. Wir hoffen, auch dann einen CSD gestalten zu können, der die Vielfalt unserer Community abbildet – und ein „Für alle“ noch deutlicher repräsentiert.

Im Namen des gesamten Orga-Teams danken wir allen, die diesen Tag so großartig und bedeutsam gemacht haben.

1 Gedanke zu „„Pride must go on!“ Der CSD Bremen bedankt sich bei 29.000 Teilnehmer*innen“

  1. Hochachtungsvoll bedanken wir uns für die ehrliche Haltung, die scheinbar unerlässliche Polizeipresenz („unglaublich, „massiv – ja, und? Kaffee für die Beamten?) und die nüchterne Analyse, dass man ja nicht *wirklich* rauer werden will, aber halt schon. Der CSD als Ort, an dem man überfordert zwischen „Pride must go on! und „Structuren sind nicht barrierearm genug hin- und hergerissen wird – das ist ja heut’iger Alltag. Toll, dass man sich so intensiv mit dem fragt, was „für Alle überhaupt bedeutet, während 29.000 Leute auf der Straße sind. Wir danken auch den Störern für den kleinen „Aufwand, der ja angeblich nicht selbstverständlich sei – aber wo ist der Scherz? 😉 Es sei denn, dieser Aufwand ist der eigentliche neue „Pride.đồng hồ bấm giờ đếm ngược

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