Pressemitteilung: Nach dem Anschlag auf den CSD-BERLIN – CSD Bremen zeigt Flagge

Solidarität mit dem CSD Berlin

Bremen 28. Juli 2026 – Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin erfüllt uns mit tiefer Trauer. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen, bei den Verletzten und bei allen, die das Geschehene miterleben mussten. Ihnen gilt unser aufrichtiges Mitgefühl. Ein solcher Angriff richtet sich nicht nur gegen einzelne Menschen, sondern gegen das Recht aller, frei, sicher und sichtbar leben zu können. Gerade deshalb dürfen Angst und Einschüchterung nicht das letzte Wort haben. Der CSD Bremen steht in Solidarität an der Seite des CSD Berlin und aller queeren Menschen. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Im Gegenteil: Gerade jetzt ist es wichtiger denn je, gemeinsam für Vielfalt, Demokratie und Menschenrechte einzustehen. Deshalb gilt für uns: Jetzt erst recht. Hass und Gewalt werden uns nicht davon abhalten, sichtbar zu bleiben und für eine offene, solidarische Gesellschaft einzutreten.

Am Samstag, den 22. August 2026, wird Bremen erneut zum Zentrum für Vielfalt, Gleichberechtigung und Demokratie. Unter dem Motto „Generationen voller Pride – glücklich – sichtbar – stark“ startet der Christopher Street Day Bremen um 12:00 Uhr auf dem Altenwall. Die Veranstalter erwarten bis zu 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die gemeinsam für die Rechte queerer Menschen sowie für eine offene und demokratische Gesellschaft auf die Straße gehen.

Der CSD Bremen wächst auch 2026 weiter: Noch mehr Gruppen, Vereine, Initiativen und Unternehmen als im Vorjahr haben ihre Teilnahme angemeldet. Die steigende Zahl der Anmeldungen unterstreicht die breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft und zeigt, dass Solidarität mit der LSBTIQ*-Community weit über die Community selbst hinausgetragen wird. Gerade nach den Geschehnissen in Berlin erfährt auch der CSD Bremen von vielen Seiten eine größere Wahrnehmung und Solidarität. Es zeigt sich nach einer solchen Tat, dass Menschen sich nicht zurückziehen, sondern handeln und mobilisiert werden.

Demokratie braucht Minderheitenschutz

Mit dem diesjährigen Demonstrationsaufruf richtet sich der CSD Bremen sowohl an die Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene als auch an die gesamte Gesellschaft. Demokratie, Diskriminierungsschutz und Minderheitenschutz sind keine Aufgaben, die allein staatlichen Institutionen überlassen werden könnten. Jeder Mensch trägt Verantwortung dafür, dass Vielfalt, Respekt und Menschenwürde im Alltag gelebt werden.

Queere Menschen haben Anspruch auf die gleichen Rechte, den gleichen Schutz und die gleiche gesellschaftliche Teilhabe wie alle anderen. Der Schutz von Minderheiten zeigt sich nicht nur in Gesetzen, sondern auch in Schulen, am Arbeitsplatz, in Behörden, im Gesundheitswesen und im täglichen Umgang miteinander sowohl privat als auch im öffentlichen Raum.

Zentrale politische Forderungen

Der CSD Bremen fordert deshalb unter anderem:

  • die Aufnahme der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität in Artikel 3 des Grundgesetzes,
  • einen konsequenten Ausbau des Schutzes vor queerfeindlicher Gewalt und Hasskriminalität,
  • eine bessere Erfassung und konsequente Strafverfolgung queerfeindlicher Straftaten,
  • verpflichtende Sensibilisierung von Polizei und Justiz,
  • eine dauerhafte und verlässliche Finanzierung queerer Vereine, Beratungsstellen und Community-Projekte,
  • den Ausbau barrierefreier öffentlicher Infrastruktur, unter anderem durch Unisex-Toiletten,
  • mehr Angebote und Treffpunkte für queere Senior*innen,
  • besseren Schutz queerer Kinder, Jugendlicher und Familien sowie wirksame Maßnahmen gegen Mobbing,
  • eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung und den Abbau bürokratischer Hürden bei geschlechtsangleichenden Maßnahmen.

Demonstrationsroute bleibt unverändert

CSD Bremen Demoroute

Die Demonstration verläuft auf der bewährten Strecke des Jahres 2025. Der Aufzug startet um 12:00 Uhr am Altenwall, führt über den Osterdeich, den Sielwall, Am Dobben, An der Weide, den Bahnhofsplatz, die Bürgermeister-Smidt-Straße, die Obernstraße und anschließend zurück zum Kunsthalle-/Am Wall-/Goetheplatz-Bereich, wo der Demonstrationszug endet.

Mit der unveränderten Route bleibt der CSD auf seinem erfolgreichen Weg durch die Bremer Innenstadt und sorgt für maximale Sichtbarkeit an zentralen Orten der Stadt.

Abschlusskundgebung setzt Zeichen für Respekt und Akzeptanz

Nach dem Demonstrationszug lädt der CSD Bremen zur öffentlichen Abschlusskundgebung im Bereich Goetheplatz/Am Wall ein. Unter dem Motto „Gemeinsam für Respekt und Akzeptanz“ erwartet die Besucherinnen und Besucher ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm mit Redebeiträgen, Musik und weiteren kulturellen Beiträgen. Das Programm dauert bis in die späten Abendstunden und bietet Raum für Begegnung, Austausch und die Möglichkeit gemeinsam ein Zeichen zu setzen. Die Kundgebung verbindet politische Botschaften mit Gemeinschaft und bildet den feierlichen Abschluss des Christopher Street Day Bremen 2026.

Ein Zeichen für alle Generationen

Das Motto „Generationen voller Pride – glücklich – sichtbar – stark“ macht deutlich, dass queeres Leben alle Altersgruppen umfasst. Der CSD Bremen setzt sich dafür ein, dass Menschen unabhängig von Alter, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität sicher, sichtbar und selbstbestimmt leben können.

Mit der erwarteten Rekordbeteiligung sendet der Christopher Street Day Bremen 2026 ein starkes Signal: Für Demokratie, Menschenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt – und gegen Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung.

Ergänzende Information zur Verkehrslage

Mit der Demonstration sind unvermeidliche Behinderungen für den Verkehr in der Innenstadt verbunden. In der Zeit zwischen 12 Uhr und ca. 16 Uhr wird es zu erheblichen Behinderungen kommen. Wir weisen darauf hin, dass die BSAG den Straßenbahnverkehr aller Voraussicht nach in der Zeit zwischen 11:00 Uhr und 18:00 Uhr im Innenstadtbereich einstellt und die Straßenbahnen nur noch im äußeren Bereich verkehren. Die Busse fahren weiter durch die Innenstadt, werden aber während des Demonstrationszuges umgeleitet. zum Beispiel über die Theodor-Heuss-Allee.

Wir bitten alle Teilnehmenden ihre Anreise rechtzeitig zu beginnen und bitten alle anderen Verkehrsteilnehmer gleichzeitig um Verständnis für die notwendigen Einschränkungen.


Pressekontakt

CSD Bremen e. V.
E-Mail: presse@csd-bremen.org
https://www.csd-bremen.org/presse/