Pressemitteilung: Demoroute des CSD Bremen in Gefahr – Senat muss jetzt handeln

Bremen, 16.08.2026 – Eine Woche vor dem Christopher Street Day (CSD) in Bremen steht die geplante Demoroute auf der Kippe. Der CSD Bremen e.V. wurde heute [14.08.2026] darüber informiert, dass die Aufzugsstrecke unter Umständen gekürzt werden muss, weil der Polizei derzeit nicht ausreichend Ressourcen zur Verfügung stehen, um die vollständige Route abzusichern.

Nach Informationen, die an den Verein herangetragen wurden, sollen andere öffentliche Betriebe die Polizei bei den notwendigen Absperrmaßnahmen möglicherweise nicht unterstützen wollen. Diese Information können wir derzeit nicht abschließend bestätigen. Sie verstärkt jedoch die Sorge, dass die notwendigen Sicherungsmaßnahmen nicht im erforderlichen Umfang gewährleistet werden können.

„Eine Woche vor dem CSD stehen wir plötzlich vor der Situation, dass unsere Demoroute möglicherweise nicht vollständig abgesichert werden kann. Das bedeutet für uns als Veranstalter eine große Unsicherheit für den geplanten Ablauf der Demonstration. Wir erwarten deshalb jetzt schnellstmögliche Klarheit und eine politische Lösung“, erklärt Robert Dadanski vom CSD Bremen e.V..

Wir erkennen an, dass die Polizei im Rahmen ihrer Möglichkeiten und Ressourcen alles dafür tut, den CSD sicher zu ermöglichen. Bereits im vergangenen Jahr konnte die Demoroute nur unter erheblichem Aufwand abgesichert werden.

Doch wo Ressourcen und notwendige Ausstattung fehlen, enden auch die Möglichkeiten der Polizei.

Dass eine Demonstration dieser Größenordnung möglicherweise an fehlenden Sicherungsmöglichkeiten scheitert, ist daher auch ein politisches Versäumnis. Hier ist der Bremer Senat gefordert.

Der Senat muss jetzt handeln.

Wir erinnern an das Statement [https://www.instagram.com/p/DbQAkmjMRqi/]  der Innensenatorin Eva Högl nach dem Anschlag auf den CSD Berlin. Die Innensenatorin betonte: „Und deshalb wird der Bremer CSD am 22. August eine besondere Bedeutung haben und noch wichtiger sein.“ Hier müssen die Senatorin und mit ihr der gesamte Senat, die Polizei kurzfristig in die Lage versetzen, die geplante Demoroute abzusichern. Die Durchführung einer der größten politischen Demonstrationen Bremens darf nicht an fehlenden Ressourcen scheitern.

Gleichzeitig muss der Senat dafür sorgen, dass die Polizei zukünftig über ausreichende technische Sicherungsmöglichkeiten verfügt, um Veranstaltungen dieser Größenordnung zuverlässig abzusichern. Dazu gehören insbesondere geeignete Maßnahmen zur Verkehrs- und Straßensicherung, die den Einsatz personeller Ressourcen reduzieren und gleichzeitig eine sichere Durchführung ermöglichen. Auch im letzten Jahr haben die erhöhten Sicherheitsanforderungen die Polizei bereits vor große Herausforderungen gestellt.

„Der CSD Bremen ist eine Demonstration für die Rechte und Sichtbarkeit queerer Menschen. Eine Woche vor dem CSD darf nicht die Frage im Raum stehen, ob wir unsere geplante Route überhaupt nutzen können. Wir erwarten vom Senat, dass er jetzt Verantwortung übernimmt – kurzfristig für diesen CSD und strukturell für die kommenden Jahre.“

Der CSD Bremen fordert den Bremer Senat auf, unverzüglich Klarheit zu schaffen und gemeinsam mit Polizei und den beteiligten öffentlichen Stellen eine Lösung zu ermöglichen, mit der die geplante Demoroute vollständig und sicher durchgeführt werden kann.

Pressekontakt:
CSD Pressekontakt
Tel 0421 – 40 888 055
presse@csd-bremen.org