IDAHOT Bremen 2018 // Internationaler Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie


Seit 2005 wird in jedem Jahr der Internationale Tag gegen Homophobie, Transphobie und Biphobie (IDAHOT) rund um den 17. Mai als Aktionstag begangen, um gegen Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der Heteronormativität abweichen und für gleiche Rechte zu kämpfen. Hier vor Ort waren auch Aktivist*innen des CSD-Vereins Bremen e. V. mit am Start.

IDAHOT Bremen und der CSD Bremen mit dabei

Der IDAHOT wird weltweit begangen, in diesem Jahr unter dem Motto „Alliances for Solidarity“. Mancherorts waren leider auch in 2018 die Organisator*innen unüberwindbaren Hindernissen bis hin zu Gewaltandrohungen ausgesetzt. Im Libanon musste der Beirut Pride abgesagt werden und in Georgien wurden sämtliche Aktionen nach angekündigten Angriffen durch orthodoxe Christen und Nazis ausgesetzt.

Nichtsdestotrotz fanden rund um den Globus eine Vielzahl von beeindruckenden Aktionen statt. Das diesjährige IDAHOT-Forum fand in Lissabon statt. Erst im April hatte das portugiesische Parlament mit knapper Mehrheit das Transsexuellengesetz gekippt und statt dessen eine freie Wahl der Geschlechtszuordnung als Verwaltungsakt ohne Begutachtungspflicht für Trans*personen eingeführt. Ein Erfolg, der uns hier erst noch bevorsteht.

In Bremen wurden Aktionen und ein Demonstrationszug vom Rat&Tat-Zentrum für queeres Leben organisiert. Ab 15 Uhr fand am Ulrichsplatz im Viertel ein Infostand mit Rainbowflash und weiteren kreativen Aktionen statt. Um 17 Uhr startete hinter dem IDAHOT-Fronttansparent ein bunter, vielfältiger Demonstrationszug mit etwa 300 Menschen. Über den Altenwall und entlang der Weser ging es mit einem schicken Transparent, das die Abschaffung des Transsexuellengesetzes forderte und zahlreichen selbst gemachten Schildern ( „Bi Proud“, „All Genders Are Beautiful“) zum Marktplatz. Dort fand eine Abschlusskundgebung mit Redebeiträgen von Christian Linker (Rat&Tat-Zentrum), Ali Tutar (Queeraspora) und Maike-Sophie Mittelstädt (TransRecht e. V.) und die übliche Aktion mit einem riesigen Regenbogen-Schirm statt.

Am Abend folgte eine Podiumsdiskussion im Wall-Saal der Stadtbibliothek. Timur Bersanov und Bekhruz Gulamov von Queeraspora und der Alternative Caucasian Orientation berichteten von der Arbeit ihrer Organisationen und den besonderen Schwierigkeiten bei der Vernetzung queerer Menschen in Russland und dem Kaukasus. Ebenso wie Ali Naki Tutar beklagten sie eine zu zögerliche Bereitschaft zur offenen Zusammenarbeit mit queeren Geflüchteten und immer wieder kehrende Konflikte mit den Zuwanderungsbehörden.

Maike-Sophie Mittelstädt erzählte vom Beratungsalltag durch TransRecht und den damit verbundenen personellen und baulichen Engpässen hier in Bremen. Robert Dadanski vom CSD-Verein berichtete schließlich vom QueerCities-Projekt, das in diesem Jahr erstmals einen Austausch mit Tolerado Gdańsk, den Organisator*innen des CSD im polnischen Danzig, anschob.

Alles in Allem wurde die Veranstaltung dem vom Rat&Tat-Zentrum selbst gesteckten Anspruch, „auf Entwicklungen und Forderungen für die nähere Zukunft einzugehen und sich mit den Bündnissen, Kooperationen und Projekten hier in Bremen kritisch auseinanderzusetzen, damit wir weitere diskriminierende Ausschlüsse und Barrieren für unsere queere Bewegung in Bremen erkennen und weiter reduzieren können“ vollkommen gerecht.

Der gesamte Tag war ein voller Erfolg für queere Sichtbarkeit und machte Lust auf die folgenden Aktionstage hier in Bremen, insbesondere den CSD am 25. August und den Trans*Inter*Dyke-March am Tag zuvor.

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Maja Tegeler

Geschrieben von: Maja Tegeler

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