Die afghanischen LSBTQ brauchen dringend unsere Hilfe

Zum CSD Bremen 2022 stellen wir möglichst viele Redebeiträge der Kundgebung online, damit sie auch durchgelesen werden können und langfristig zur öffentlichen Diskussion beitragen.

Hier folgt der Redebeitrag von Ali Tawakoli. Der Redebeitrag steht auch als PDF-Download (31 kb) zur Verfügung.


Hallo, alle zusammen,

Ich freue mich sehr, heute unter Euch zu sein, denn ich weiß, dass ihr für Freiheit und Gerechtigkeit steht und dass ihr dafür kämpft. Heute möchte ich die Stimme der afghanischen LSBT-Menschen in Bremen sein.

Die LSBT-Menschen auf der ganzen Welt kämpfen seit Jahren für Ihre Rechte und auf diesem Weg sind einige von uns ums Leben gekommen. Unsere Freund*innen haben Jahrzehnte für Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit gekämpft. Dank ihrer Kämpfe können wir heute einfach unsere sechsfarbige Regenbogenflagge heben und uns mit lauter Stimme ausdrücken.

Heute aber möchte ich mit Euch über einen anderen Teil von Freunden*innen sprechen, nämlich über die LSBT-Geschwister in Afghansitan, die in einer sehr bedrohlichen Situation leben.

Seitdem die Terrorgruppe Taliban in Afghanistan die Macht ergriffen haben, werden erneut die Frauen und die LSBT-Personen brutal unterdrückt. Dies hat dazu geführt, dass fast jeden Tag einige von unseren Freund*innen festgenommen und/oder umgebracht werden. Denn nach der terroristischen Ideologie der Taliban gelten die LSBT-Menschen allesamt als Ungläubige und Sünder. Bekannt ist ja schon, dass die Frauen unter der Taliban-Herrschaft keinerlei Rechte haben. Ihr könnt Euch daher auch vorstellen, dass die Situation der LSBT-Menschen noch schlimmer ist. Die grausamen Taliban-Mitglieder sind dabei, viele LSBT-Mitglieder in Afghanistan in ihren speziellen Gefängnissen im ganzen Land zu foltern und zu ermorden.

Einige Regierungen, einschließlich die von Deutschland, welche die Rechte der LSBT verteidigen, haben erklärt, dass sie bereit sind, den in Gefahr geratenen LSBT-Menschen in Afghanistan zu helfen und sie in ihren europäischen Ländern auszunehmen. Leider haben sie bis heute diese Versprechen nicht erfüllt. Daher fühlen sich die LSBT-Menschen in Afghanistan von der Weltgemeinschaft vergessen und im Stich gelassen.

Mittlerweile haben die Taliban Ihr Vorhaben angekündigt, alle LSBT-Menschen in Afghanistan aufzuspüren und grausam hinzurichten. Wir verlieren jede Woche mehrere LSBT-Menschen in Afghanistan. Sie werden einfach gekidnappt und verschwinden. Die Taliban richten sie dann in ihren geheimen Haftlagern auf grausame Art und Weise hin.

Trotz dieser schlimmen Situation bleibt die Hilfe von außenstehenden Ländern aus. Daher weiß ich gar nicht mehr, wie die westlichen Regierungen und die Vereinten Nationen Menschenrechte überhaupt noch definieren. Ich habe den Eindruck, dass die Menschenrechtsfrage heute schon gar nicht mehr gestellt wird. Daher nutze ich heute hier diese Gelegenheit, um Euch LSBT-Menschen zu bitten, Eure Stimme für die Lebensrechte der LSBT-Menschen in Afghanisatan zu erheben und nicht zuzulassen, dass diejenigen, die nicht die Möglichkeit haben, sich zu wehren und für ihre Rechte zu kämpfen, in Vergessenheit geraten. Bitte bleibt an ihrer Seite. Sie setzen Ihr Hoffnungen ganz auf Euch.

Wir fordern die Vereinten Nationen und die deutsche Regierung dazu auf, Verantwortung zu zeigen und das gegebene Versprechen gegenüber den LSBT einzulösen und Maßnahme zu ergreifen, um die Menschen so schnell es geht aus Afghanistan zu evakuieren. Die LSBT’s müssen in dem deutschen Aufnahmeprogramm Vorrang bei den Aufnahmezusagen erhalten, weil sie von allen Gruppen besonders gefährdet sind.

Liebe Freund*innen, die mich heute hören können. Erhebt bitte Eure Stimme und setzt die Politiker*innen unter Druck, die LSBT-Menschen in Afghanistan zu retten. Eure Unterstützung ist besonders wichtig und bedeutet sehr viel für uns. Denn eure Stimme repräsentiert die Solidarität und den Zusammenhalt der LSBT-Menschen weltweit. Diese Solidarität hat immer dazu geführt, dass wir Erfolge errungen haben und Menschenleben retten konnten. Das soll bitte so bleiben. Seid daher die Stimme der LSBT-Afghannen, die sich kein Gehör mehr verschaffen können.

Vielen Dank für Eure wertvolle Zeit und Geduld.

Ali Tawakoli

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