Am 01.12. war Welt-AIDS-Tag


Letzten Samstag, am 01.12., war Welt-AIDS-Tag. Mit ein bisschen Verspätung möchte ich heute auch noch ein paar Worte dazu mitgeben.

Alles in allem ist der Fortschritt natürlich super. Gleichzeitig ist noch viel zu tun: Noch immer stecken sich jedes Jahr viel zu viele Menschen mit HIV an. Immer noch herrscht Unwissenheit über den Unterschied zwischen HIV und AIDS.

HIV ist nicht AIDS

So freue ich mich zwar darüber, dass Buten un Binnen einen Video-Bericht über den Rat&Tat-Infostand gemacht hat. Es ist aber enttäuschend, dass Buten un Binnen behauptet, Lutz hätte AIDS. Lutz hat HIV, trägt also den HI-Virus. Mittlerweile hat die Redaktion von Buten un Binnen Lutz zugesagt, die Online-Version des Artikels zu korrigieren und am 03.12. abends eine Gegendarstellung zu veröffentlichen.

Der HI-Virus ist durch die richtige Medikation gut in Schach zu halten. Das geht mittlerweile soweit, dass HIV-positive Menschen nicht mehr ansteckend sind, wenn die Medikation richtig eingestellt ist und regelmäßig eingenommen wird. Mehr zum Schutz durch Therapie schreibt die Deutschen Aidshilfe. Ich kenne selbst ein Paar, bei denen einer positiv und der andere negativ ist, die sich seit Jahren durch die Therapie zuverlässig schützen.

AIDS ist die Krankheit, die durch HIV ausgelöst werden kann. Solange mit den Medikamenten alles klappt, hat man kein AIDS. Auch dazu mehr bei der Deutschen Aidshilfe.


HIV/Aids-Basiswissen 1: Was ist HIV, was ist Aids?:


PrEP: HIV vorbeugen

Durch die HIV-Medikation kann sich der HI-Virus nicht mehr im Körper vermehren. Dieses Prinzip wird mittlerweile nicht mehr nur bei HIV-positiven Menschen genutzt. Salopp gesagt ist die Idee, dass ein HIV-negativer Mensch die HIV-Medikamente vorbeugend nimmt, um eine Ansteckung zu verhindern. Das wurde wissenschaftlich untersucht, bestätigt und wird von der Deutschen Aidshilfe als Safer-Sex-Methode empfohlen.

Die PrEP schützt nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten. Dennoch ist HIV die schwerste Geschlechtskrankheit und es ist super, hier eine Möglichkeit zum Selbstschutz zu haben. Denn Kondome und der Schutz durch Therapie haben ein Problem: Bei beiden Methoden ist mensch darauf angewiesen, dass die*der Partner*in alles richtig macht. So gibt es auch bei Kondomen genug Missgeschicke (nicht Festhalten beim Rausziehen, nicht sofort wechseln nach dem Orgasmus…). Ganz zu schweigen von Straftaten wie dem Stealthing, also dem bewussten Abziehen des Kondoms durch den penetrierenden Menschen.

Zumindest in der schwulen Szene wird bei der PrEP gerne die Moralkeule herausgeholt: PrEP bräuchte ja nur, wer kein Kondom verwendet und somit unverantwortlich ist. Dabei wird leider vergessen, dass die*der passive Partner*in bei Kondomen auf den guten Willen und den richtigen Umgamg von der aktiven Partnerin bzw. vom aktiven Partner angewiesen ist. Ganz zu schweigen davon, dass mensch auch mit PrEP ein Kondom nutzen kann.

Die PrEP muss auch nicht lebenslänglich oder dauerhaft eingenommen werden. Wenn sie nicht mehr zum eigenen Leben passt, kann sie abgesetzt werden. Außerdem gibt es auch die sogenannte anlassbezogene Einnahme, bei der die PrEP nur für wenige Tage vor und nach dem Sex genommen wird (siehe Einnahmeschema bei der Deutschen Aidshilfe)

PrEP und die Krankenkassen

Es gibt viele gute Gründe dafür, dass die PrEP durch die Krankenkassen bezahlt wird. So hat Gesundheitsminister Jens Span angekündigt, dass die Kassenfinanzierung 2019 kommen soll.

Im Moment muss die PrEP noch privat bezahlt werden und kostet durchschnittlich 60,- EUR im Monat. Es kann nicht sein, dass der Selbstschutz nur Menschen zur Verfügung steht, die sich das leisten können.

Weiterlesen

Mehr zum Thema PrEP gibt es auf den folgenden Seiten:

Außerdem informieren die AIDS-Hilfe Bremen und das Rat&Tat-Zentrum rund um das Thema HIV.

Sven Meyer

Geschrieben von: Sven Meyer

Ich wollte schon länger ehrenamtlich einen gemeinnützigen Verein unterstützen. Außerdem möchte ich meine Erfahrungen rund um die Website-Erstellung aus meiner Firma sinnvoll einbringen. Als queerer Mensch liegen mir queere Themen besonders am Herzen. Kurzum: Der CSD traf im richtigen Moment den richtigen Nerv. Die Arbeit im Team hat mir von Anfang an Spaß gemacht. Der Erfolg unserer beiden gemeinsamen CSDs hat mich überwältigt. Projekte wie die Zusammenarbeit mit dem CSD Danzig im Rahmen der Städtepartnerschaft Danzig/Bremen zeigen, dass der CSD Bremen ganzjährig etwas bewirken kann.

Bildquelle(n):

Kommentar schreiben:

Keine Infos verpassen!
Abonniere unseren Newsletter:
Bekomme eine E-Mail, wenn es Neues gibt.