Der CSD Bremen 2019 wurde durch die Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Häfen aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Bremen gefördert. Mehr zu unseren Förderern 2019.

Trans*Inter*Dyke*-March Bremen // Sichtbar, solidarisch und selbstbewusst am 24. August 2019


Wann: 2019-08-24 14:30h bis

Wo: Raum "Vorplatz", Hauptbahnhof Bremen, Bahnhofsplatz 15, 28195 Bremen

Veranstaltet von: Ehrenamtliches Orga-Team des Trans*Inter*Dyke-March
Mail: transinterdyke@gmx.de


Es sind die vielen Ungleichheiten, die die Gesellschaft und auch die Gesetze zwischen den Geschlechtern macht, die dazu geführt haben, dass sich scheinbar verschiedene Interessengruppen in Bremen zusammengeschlossen haben: „Wir sind alle mit demselben Sexismus konfrontiert. Und in der queeren Community, die bei den Christopher-Street-Days so erfolgreich und laut demonstriert, sind wir oft nicht im Bild, auf der Bühne und mit unseren Themen eher am Rande vertreten. Auch darum haben sich weltweit zahlreiche Dyke*-Marches entwickelt, die oft im Vorfeld des örtlichen CSDs stattfinden und dort die lesbische Sichtbarkeit erhöhen und feiern“ erklärt eines der Orgateam-Mitglieder.

Das aktuell halbe Dutzend der Organisierenden trifft sich seit dem Frühjahr alle 14 Tage in den Räumen des Rat&Tat-Zentrums im Bremer Viertel. Die Termine sind offen für alle. Natürlich gibt es auch unterschiedliche politische Forderungen, diese wollen die March-Machenden gemeinsam und einander verstärkend auf die Straßen bringen:

Das beginnt mit der längst überfälligen Reform des sogenannten „Transsexuellengesetzes“ (TSG). In Deutschland müssen für eine Vornamensänderung auch ein Jahr nach der epochalen Neubewertung von trans* Sein durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) psychiatrische Gutachten vorgelegt und der Weg über ein langwieriges Gerichtsverfahren genommen werden. Dabei gibt es seit der Eheöffnung 2017 formal nahezu keine Unterschiede mehr in den Gesetzen, die vom Geschlecht abhängen.

Intergeschlechtliche Menschen fordern seit über 10 Jahren ein Verbot der Operationspraxis an Babys und Kindern, um deren Körper normgerecht aussehen zu lassen, obwohl keine Krankheit vorliegt. Sie wollen, dass junge Menschen oder Erwachsene später selbst über ihre Körper bestimmen dürfen.

Und lesbische Frauen (englisch: Dykes) verlangen die Aufarbeitung der gerichtlichen Sorgerechtsentzüge durch bundesdeutsche Gerichte, die bis in die 1990er Jahre stattfanden sowie eine echte Gleichstellung von lesbischer und queerer Elternschaft mit gemischtgeschlechtlichen Ehen. Das umfasst auch denselben Zugang zur reproduktiven Medizin, aber vor allem bessere Elternschaftsregelungen im Sinne der Kinder, die durch die Anwendung der Stiefkindadoption in den ersten Lebensjahren weniger gut abgesichert sind, falls ihrem leiblichen Elternteil etwas passiert. Außerdem sind Altersarmut und auch schon der Genderpaygap im Erwerbsleben für Frauen ein Dauerbrenner in lesbisch-aktivistischen Kreisen, auch weil sich die Auswirkungen in Partnerschaften potenzieren und auch durch Eheschließung nicht ausgeglichen werden können. Ein Leben ohne Ehe muss außerdem möglich sein, ohne in der Armutsfalle zu enden.

Der Trans*Inter*Dyke*-March versteht sich auch als Plattform weitere in der queeren Szene oft marginalisierte Personengruppen. Der T*I*D* lädt ausdrücklich People of Colour, Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen, abinäre und agender, a- oder bisexuelle Personen und queere, gender- und kategorien-nonkonforme Menschen ein, sich zu beteiligen. Bei den beiden Kundgebungen des Demonstrationszugs in der Innenstadt und im Viertel ist Gelegenheit für alle, Mikrofon und Wort zu ergreifen. Über die sinnvolle Reihenfolge und Verortung der Reden wird unter anderem beim zweiten offenen Bündnisabend am Sonntag, den 29. Juli um 18 Uhr im Infoladen, St.-Pauli-Str. 10-12 in Bremen, gesprochen.

Der 2. Trans*Inter*Dyke*-March Bremen startet am Samstag, den 24. August um 14:30 Uhr vor dem Hauptbahnhof Bremen. Der Demozug setzt sich dort um 15 Uhr in Bewegung und wird nach einer Zwischenkundgebung in der Innenstadt gegen 16:30 Uhr auf dem Ulrichsplatz im Bremer Viertel erwartet, wo die Abschlusskundgebung stattfindet. Die genaue Route wird rechtzeitig auf transinterdyke.wordpress.com, Facebook & Twitter bekanntgegeben.

Hier geht es zur dazugehörigen Facebook-Veranstaltung.

Der Trans*Inter*Dyke*-March Bremen wird ehrenamtlich und solidarisch organisiert, die politische Demonstration zieht seit 2018 durch die Bremer Innenstadt. Sie thematisiert die persönliche, gesellschaftliche und gesetzliche Situation von lesbischen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen in Bremen, Deutschland und der Welt – bei den Personengruppen gibt es Überschneidungen.

Sven Meyer

Geschrieben von: Sven Meyer

Ich wollte schon länger ehrenamtlich einen gemeinnützigen Verein unterstützen. Außerdem möchte ich meine Erfahrungen rund um die Website-Erstellung sinnvoll einbringen. Als queerer Mensch liegen mir queere Themen besonders am Herzen. Kurzum: Der CSD traf im richtigen Moment den richtigen Nerv. Die Arbeit im Team hat mir von Anfang an Spaß gemacht. Der Erfolg unserer beiden gemeinsamen CSDs hat mich überwältigt. Projekte wie die Zusammenarbeit mit dem CSD Danzig im Rahmen der Städtepartnerschaft Danzig/Bremen zeigen, dass der CSD Bremen ganzjährig etwas bewirken kann.

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